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InRento und Reental Erfahrungen 2026: Mietrendite statt Bauträgerkredit

Veröffentlicht am 18.07.2026 · Redaktion P2P Reviews.de · Werbelinks gekennzeichnet, Details auf der Seite Transparenz

Illustration: Wohnhaus mit Schluessel und Muenzfluss als Sinnbild fuer Mietertraege bei InRento und Reental

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Mieteinnahmen kassieren, ohne eine Immobilie zu kaufen: InRento aus Litauen und Reental aus Spanien versprechen genau das, mit völlig unterschiedlichen Mitteln. Die eine Plattform setzt auf die erste ECSP-Lizenz für Buy-to-let-Crowdinvesting und hypothekarische Besicherung, die andere auf tokenisierte Objekte und Blockchain-Abwicklung. Diese Analyse vergleicht beide Modelle auf Basis öffentlicher Daten und ordnet ein, welches für welchen Anlegertyp taugt.

Die beiden Plattformen in Zahlen

Merkmal InRento Reental
Start 2020, Vilnius, Litauen 2020, Spanien
Modell Buy-to-let: Crowd finanziert vermietete Objekte tokenisierte Immobilien mit Miet- und Verkaufserlösen
Ertrag laufende Mietzinsen ca. 6 bis 8 % plus mögliche Wertsteigerung prognostiziert ca. 9 bis 12 %, projektabhängig
Mindestanlage 500 Euro 100 Euro
Besicherung hypothekarische Besicherung der Projekte vertragliche Ansprüche, tokenbasiert verbrieft
Regulierung ECSP-Lizenz, Aufsicht der Bank von Litauen komplexer spanischer Rechtsrahmen, Token-Struktur
Zweitmarkt plattformintern vorhanden Token-Handel plattformintern möglich
Einordnung Beimischung Wette

InRento: Buy-to-let im ECSP-Mantel

InRento hat sich auf eine Nische spezialisiert, die im Crowdinvesting selten ist: Statt Bauträgerkredite zu vermitteln, finanziert die Crowd bereits vermietete oder zur Vermietung vorgesehene Objekte, überwiegend im Baltikum und angrenzenden Märkten. Anleger erhalten laufende Zinsen aus den Mieterträgen, typischerweise 6 bis 8 Prozent, plus eine mögliche Beteiligung an der Wertsteigerung beim Verkauf des Objekts. Zwei Strukturmerkmale heben die Plattform ab. Erstens die Regulierung: InRento war nach eigenen, öffentlich nachprüfbaren Angaben eine der ersten Buy-to-let-Plattformen mit ECSP-Lizenz unter Aufsicht der litauischen Zentralbank, mit allem, was dazugehört: Basisinformationsblätter, Anlegerprüfung, Beschwerdewege. Zweitens die Besicherung: Die Projekte sind hypothekarisch besichert, sodass im Krisenfall ein verwertbarer Vermögenswert hinter der Forderung steht. 2022 übernahm die Plattform zudem das Portfolio des Aggregators EvoEstate, was die Historie um einen bemerkenswerten Beleg für Konsolidierungsfähigkeit ergänzt.

Reental: Immobilien auf der Blockchain

Reental verkauft wirtschaftliche Beteiligungen an einzelnen Wohnobjekten in Form von Token: Anleger kaufen ab etwa 100 Euro digitale Anteile, die Ansprüche auf anteilige Mieterträge und Verkaufserlöse verbriefen, abgewickelt über Blockchain-Infrastruktur. Die prognostizierten Gesamtrenditen von 9 bis 12 Prozent setzen sich aus laufenden Ausschüttungen und erwarteten Verkaufsgewinnen zusammen. Die Innovation hat einen Preis, und der heißt rechtliche Komplexität: Zwischen Anleger und Immobilie liegen eine spanische Gesellschaftsstruktur, Darlehens- oder Beteiligungsverträge und die Token-Ebene; welche Ansprüche im Streit- oder Insolvenzfall wie durchsetzbar wären, ist für Laien kaum zu beurteilen und grenzüberschreitend erst recht anspruchsvoll. Dazu kommen Prognoserisiken des spanischen Wohnungsmarkts und die übliche Unschärfe von Renditeversprechen, die Verkaufsgewinne einpreisen, bevor verkauft wurde. Der plattforminterne Token-Handel schafft Liquiditätschancen, aber keine Liquiditätsgarantie.

Mietrendite gegen Bauträgerkredit: der strukturelle Unterschied

Beide Plattformen umgehen das größte Einzelrisiko des klassischen Immobilien-Crowdinvestings: die Abhängigkeit vom Gelingen eines Bauprojekts. Ein vermietetes Bestandsobjekt erzeugt Cashflow ab Tag eins, und sein Wert hängt am Mietmarkt statt an Baukosten und Abverkaufsgeschwindigkeit. Dafür handelt man sich andere Risiken ein: Leerstand, Mietausfall, Instandhaltung, regulatorische Eingriffe in Mietmärkte und bei Verkaufsszenarien die Marktlage am Exit-Tag. Unter Renditegesichtspunkten liegt das Modell logisch unter den Kupons der Bauträgerfinanzierung, unter Risikogesichtspunkten je nach Besicherung teils deutlich darunter. Für Anleger, die aus den Lehren der Zinswende Konsequenzen ziehen wollen, ist genau diese Verschiebung der Punkt.

Rendite realistisch rechnen

Bei InRento sind die laufenden 6 bis 8 Prozent durch Mietverträge unterlegt und die Historie weist nach öffentlich verfügbaren Statistiken bislang keine Kapitalverluste für Anleger aus; realistisch kalkuliert man mit den laufenden Zinsen und behandelt Wertsteigerungsanteile als Bonus, nicht als Basis. Verzögerungen bei Projektabschlüssen und Exits bleiben möglich und sind in Einzelfällen dokumentiert. Bei Reental sollte man die Prognoserechnung auseinandernehmen: Der sichere Teil sind die laufenden Ausschüttungen aus tatsächlicher Vermietung; alles, was aus künftigen Verkaufsgewinnen stammt, ist eine Marktwette. Steuerlich gilt für beide: Erträge gehören als Kapitalerträge in die deutsche Anlage KAP mit 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag; ob und wie viel ausländische Quellensteuer anfällt und anrechenbar ist, hängt vom Instrument ab und steht in den jeweiligen Emissionsunterlagen, bei spanischen Strukturen lohnt hier besondere Aufmerksamkeit.

Vor- und Nachteile im Überblick

  • Plus InRento: ECSP-Lizenz, hypothekarische Besicherung und laufender Cashflow, eine im Segment seltene Kombination.
  • Plus InRento: bislang saubere öffentliche Erfolgsbilanz und bewiesene Konsolidierungsfähigkeit (EvoEstate-Übernahme).
  • Plus Reental: niedrige Einstiegsschwelle, hohe prognostizierte Gesamtrendite, innovativer Zweitmarkt über Token.
  • Minus InRento: moderates Zinsniveau, Baltikum-Fokus als Klumpenrisiko, Exits können sich ziehen.
  • Minus Reental: vielschichtige Rechtskonstruktion über Landesgrenzen und Token-Ebene hinweg, schwer prüfbar.
  • Minus Reental: Prognosen preisen Verkaufsgewinne ein; der Spanien-Wohnmarkt ist die eigentliche Wette.

Due Diligence bei Mietobjekten: worauf es ankommt

Mietertrags-Crowdinvesting steht und fällt mit dem einzelnen Objekt. Vier Prüfschritte lassen sich mit den Projektunterlagen und öffentlichen Quellen durchführen, bevor man zeichnet.

Lage und Mietmarkt

Adresse und Objekttyp stehen in den Unterlagen. Ein Blick auf lokale Mietportale zeigt, ob die kalkulierte Miete marktüblich ist oder am oberen Rand liegt. Bei Kurzzeitvermietung, die bei InRento und Reental häufig vorkommt, gehört auch die regulatorische Lage dazu: Mehrere europäische Städte haben Ferienvermietung eingeschränkt, und eine Lizenzänderung kann die gesamte Ertragskalkulation kippen.

Betreiber und Mietvertrag

Wer betreibt das Objekt, und wie lange läuft der Mietvertrag? Ein langfristiger Vertrag mit einem etablierten Betreiber ist mehr wert als eine optimistische Auslastungsprognose. Wichtig ist auch, ob Mietgarantien bestehen und wer sie gibt; eine Garantie der Projektgesellschaft selbst ist wenig wert, wenn diese außer dem Objekt nichts besitzt.

Hypothek und Beleihung

Bei InRento ist die Erstrang-Hypothek der zentrale Schutzmechanismus. Prüfen sollte man den Beleihungsauslauf und die Bewertungsgrundlage: Ein aktuelles unabhängiges Gutachten ist die Referenz, eine interne Bewertung nicht. Bei Reental gibt es diese Schicht in der Regel nicht; die tokenbasierte Struktur gewährt wirtschaftliche Beteiligung, aber keine dingliche Sicherheit, was den fundamentalen Unterschied zwischen beiden Plattformen ausmacht.

Kosten und Instandhaltung

Die Renditeprognose sollte Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand und Versicherung explizit ausweisen. Kalkulationen, die von dauerhafter Vollauslastung ohne Rücklagen ausgehen, sind ein Warnsignal. Als grobe Faustregel gehen bei Wohnobjekten 20 bis 30 Prozent der Bruttomiete für Bewirtschaftung ab, bevor Anleger etwas sehen.

Positionsgrößen und Portfolio-Einbindung

Für die Praxis hat sich eine klare Trennung bewährt. InRento kann als Beimischung im Immobilienanteil eines Portfolios dienen: hypothekarisch besichert, ECSP-reguliert, mit laufenden Ausschüttungen. Sinnvoll sind hier mehrere Objekte in verschiedenen Städten und Ländern statt einer großen Position, mit einer Obergrenze von 1 bis 2 Prozent des Anlagevermögens pro Objekt.

Reental gehört in eine andere Schublade: eine Wette auf den spanischen Wohnungsmarkt plus eine junge, tokenbasierte Struktur. Wer das spannend findet, sollte den Einsatz so bemessen, dass ein Totalverlust das Gesamtergebnis nicht spürbar bewegt; mehr als ein niedriger einstelliger Prozentsatz des risikotragenden Kapitals lässt sich mit den öffentlich verfügbaren Informationen nicht begründen.

Beiden gemeinsam ist die begrenzte Liquidität. Zweitmärkte existieren, aber ohne Preis- oder Ausführungsgarantie; wer in den nächsten Jahren über sein Geld verfügen muss, sollte gar nicht erst zeichnen. Mietertrags-Modelle spielen ihre Stärke über volle Marktzyklen aus, nicht über Quartale.

Steuern für deutsche Anleger

Erträge von beiden Plattformen sind in Deutschland als Kapitalerträge zu versteuern: 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls Kirchensteuer. Weder InRento noch Reental führen deutsche Steuern ab; die Erträge gehören in die Anlage KAP, die Jahresübersichten der Plattformen liefern die Grundlage.

Bei InRento kommt die litauische Quellensteuer ins Spiel, die sich über eine Ansässigkeitsbescheinigung nach dem Doppelbesteuerungsabkommen reduzieren lässt; einbehaltene Quellensteuer ist in Deutschland grundsätzlich bis 15 Prozentpunkte anrechenbar, aber nur mit Belegen. Bei Reental hängt die Behandlung an der konkreten Vertragsstruktur hinter dem Token; ob spanische Quellensteuer anfällt und wie die Erträge zu qualifizieren sind, steht in den Emissionsunterlagen des jeweiligen Projekts und sollte vor der ersten Zeichnung geklärt sein, nicht bei der Steuererklärung. Wer größere Beträge grenzüberschreitend anlegt, fährt mit einer einmaligen steuerlichen Beratung meist günstiger als mit einer falsch deklarierten Anlage KAP.

Für wen eignen sich InRento und Reental?

InRento passt zu Anlegern, die im Crowdinvesting-Segment bewusst die defensivere Karte spielen wollen: laufende Mieterträge statt Bauträger-Endfälligkeit, Erstrang-Hypothek statt Nachrang, ECSP-Lizenz statt Grauzone. Der Preis dafür ist ein niedrigerer Kupon als bei Kreditplattformen und eine Kapitalbindung über Jahre. Wer beides akzeptiert, bekommt eines der saubersten Risikoprofile im europäischen Immobilien-Crowdinvesting.

Reental richtet sich an eine andere Zielgruppe: Anleger, die an die Kombination aus spanischem Wohnungsmarkt und Token-Infrastruktur glauben und einen Totalverlust der Position verkraften würden. Das ist keine Abwertung, sondern eine Einordnung; wer beide Plattformen im Portfolio kombiniert, sollte sich bewusst sein, dass er nicht zweimal dieselbe Anlageklasse kauft, sondern eine Beimischung und eine Wette.

Einordnung im Prüfprotokoll

Kriterium InRento Reental
Regulierung ECSP, Aufsicht Litauen komplexer Rahmen, Token-Struktur
Historie seit 2020, ohne Anlegerverluste, Übernahme gestemmt seit 2020, junger Track Record
Schutzmechanismen Hypotheken auf Objektebene vertraglich, im Streitfall schwer durchsetzbar
Rendite nach Ausfall 6 bis 8 % laufend, plausibel laufender Teil solide, Exit-Teil spekulativ
Transparenz gut, öffentliche Statistiken ordentlich, aber strukturbedingt unübersichtlich
Einordnung Beimischung Wette

Häufige Fragen

Ist InRento reguliert und sicher?

InRento besitzt eine ECSP-Crowdfunding-Lizenz unter Aufsicht der Bank von Litauen und besichert Projekte hypothekarisch; das ist ein überdurchschnittlich solider Rahmen. Sicher im Sinne einer Einlage ist trotzdem nichts: Mietausfälle, Marktpreisrückgänge und Projektverzögerungen bleiben reale Risiken, und die Besicherung wirkt erst in der Verwertung, die dauern kann.

Wie funktioniert Reental genau?

Reental kauft Wohnobjekte über Projektgesellschaften, vermietet sie und verkauft digitale Token, die anteilige Ansprüche auf Miet- und Verkaufserlöse verbriefen. Anleger erhalten regelmäßige Ausschüttungen und am Ende des Projektzyklus den Erlösanteil aus dem Verkauf; gehandelt werden können Token über die plattforminterne Infrastruktur.

Was ist besser: InRento oder Reental?

Das hängt vom Ziel ab. Für planbaren, besicherten Cashflow mit Aufsichtsrahmen ist InRento die strukturell stärkere Wahl und als Beimischung geeignet. Reental bietet mehr Renditefantasie und niedrigere Einstiegshürden, gehört wegen der Rechts- und Marktwetten aber in die Kategorie Wette mit entsprechend kleiner Positionsgröße.

Welche Alternativen gibt es für Mietrendite ohne eigene Immobilie?

Neben den beiden Spezialisten kommen offene Immobilienfonds und Immobilien-ETF infrage, die mehr Liquidität, aber weniger Zins bieten, sowie klassisches Immobilien-Crowdinvesting mit festen Kupons und Projektrisiko. Innerhalb der P2P-Welt liefern besicherte Firmenkredite vergleichbare Zinsen bei kürzerer Bindung.

Fazit: zwei Wege, ein Ziel, ungleiche Reife

InRento zeigt, wie Mietertrags-Crowdinvesting seriös strukturiert aussieht: lizenziert, besichert, mit sauberer Bilanz, und dafür mit moderaten 6 bis 8 Prozent bezahlt. Reental erkauft höhere Renditeprognosen mit rechtlicher Komplexität und Marktwetten, spannend als kleines Experiment, ungeeignet als tragende Position. Wer Mietrendite ins Depot holen will, beginnt strukturell beim litauischen Modell und dosiert das spanische als Wette; die Gesamteinordnung aller Plattformtypen liefert der große Vergleich.