Die meisten Immobilien-Plattformen finanzieren Bauträger. InRento und Reental gehen einen anderen Weg: Anleger verdienen an vermieteten Bestandsobjekten, ohne selbst Eigentümer zu werden. Der Prüfstand vergleicht das regulierte Buy-to-let-Modell aus Litauen mit den tokenisierten Immobilien aus Spanien.
InRento: Mietertrag mit ECSP-Lizenz
InRento aus Vilnius ist auf vermietete Immobilien spezialisiert. Anleger finanzieren ab 500 Euro besicherte Darlehen auf Bestandsobjekte und erhalten laufende Zinsen aus den Mieteinnahmen plus eine mögliche Beteiligung an der Wertsteigerung beim Verkauf. Zusammen ergibt das Zielrenditen von 8 bis 10 Prozent. Die Plattform arbeitet unter der europäischen ECSP-Crowdfunding-Zulassung, die Darlehen sind erstrangig mit Hypotheken besichert, was im Immobilien-Crowdfunding keineswegs Standard ist.
Reental: Immobilien auf der Blockchain
Das spanische Reental zerlegt vermietete Wohnungen in digitale Token ab 100 Euro. Anleger erhalten monatliche Ausschüttungen aus der Miete und partizipieren am Verkaufserlös, gehandelt wird über die Plattform und dezentrale Marktplätze. Die beworbenen Gesamtrenditen von 10 bis 12 Prozent sind attraktiv, doch rechtlich hält man ein Token-basiertes Forderungsrecht, dessen Durchsetzung im Streitfall deutlich weniger erprobt ist als eine eingetragene Hypothek.
Die zwei im Prüfprotokoll
| Merkmal | InRento | Reental |
|---|---|---|
| Modell | besichertes Mietdarlehen | tokenisierte Immobilie |
| Zielrendite | 8-10 % gesamt | 10-12 % gesamt |
| Mindestanlage | 500 € | ca. 100 € |
| Besicherung | Hypothek, erstrangig | indirekt über Zweckgesellschaft |
| Regulierung | ECSP-Lizenz, Litauen | spanischer Rechtsrahmen, Token |
Mietrendite ist träge, aber ehrlich
Beide Modelle hängen an denselben Faktoren wie ein privater Vermieter: Leerstand, Mietausfall, Instandhaltung und die Preisentwicklung am Standort. Dafür entfällt das Fertigstellungsrisiko der Bauträgerprojekte, das in der Zinswende für Ausfälle gesorgt hat. Wer laufende Erträge sucht und Kapital mehrere Jahre binden kann, bekommt hier das ruhigere Immobilienprofil, allerdings ohne die Liquidität eines Immobilien-ETF.
Praxis: worauf es bei Mietobjekten ankommt
Die Qualität eines Mietinvestments entscheidet sich an drei Stellen. Erstens am Standort: Universitätsstädte und Hauptstädte mit Zuzug halten Leerstand niedrig, InRento setzt deshalb stark auf Vilnius und Umgebung, Reental auf spanische Metropolen mit Kurzzeitvermietung. Zweitens am Verhältnis von Miete zu Kaufpreis, das die laufende Rendite trägt, bevor Wertsteigerungen überhaupt eingerechnet werden. Drittens an der Frage, wer das Objekt verwaltet und was Verwaltung sowie Rücklagen kosten, denn diese Posten stehen zwischen Bruttomiete und Anlegerzins. Beide Plattformen weisen die Kalkulation je Projekt aus, ein kritischer Blick auf die Annahmen zur Auslastung bleibt trotzdem Pflicht.
Einordnung im Markt
Das klassische Bauträger-Crowdinvesting mit Bergfürst, Zinsbaustein und Dagobertinvest vergleichen wir im Immobilien-Test. Höhere laufende Zinsen bei kürzerer Bindung zahlen Kreditplattformen wie Debitum oder Income, Loanch und Finbee. Die Gesamtschau bietet der Crowdfunding-Vergleich 2026.
Häufige Fragen
Ist InRento seriös? Ja, die Plattform arbeitet mit ECSP-Zulassung, erstrangigen Hypotheken und veröffentlichter Projekthistorie. Das Marktrisiko der Objekte bleibt selbstverständlich bestehen.
Wie funktioniert Reental? Eine spanische Zweckgesellschaft kauft die Immobilie, Anleger zeichnen Token, die Anspruch auf Miet- und Verkaufserlöse verbriefen. Ausschüttungen laufen monatlich.
Was ist besser, Mietrendite oder Bauträgerzins? Mietmodelle sind stetiger und besser besichert, Bauträgerdarlehen zahlen kürzer und nominell oft mehr. Ins Depot passen beide, in unterschiedlicher Dosierung.
Fazit
InRento überzeugt als reguliertes, hypothekenbesichertes Mietmodell und ist unsere erste Wahl in dieser Kategorie. Reental bleibt ein spannendes, aber junges Token-Experiment für risikofreudige Beimischungen. Beide zeigen, dass Immobilienrendite ohne Bauträgerrisiko möglich ist, wie der Prüfstand 2026 im Gesamtvergleich belegt.